Immer mehr Menschen ziehen von der Stadt aufs Land um dort zu wohnen. Das Landleben ist für sie die bessere Alternative zum Stadtleben. Aber welche Vorteile sind es, die die Menschen im Landleben sehen, und welche Nachteile bringt dieses jedoch auch mit sich?
Zunächst ist zu sagen, dass das Leben auf dem Land zu besseren Wohnverhält- nissen führt. Wohnungen sind dort oft größer und preisgünstiger zu erwerben. Viele Landbewohner bewohnen Einfamilienhäuser und alte Bauernhöfe. Als Gründe dafür sind der günstigere Baugrund sowie die geringere Wohndichte zu nennen.
Je nach Mentalität des Landbewohners kann das Landleben seine Lebensqualität einschränken. So ist zu bedenken, dass weite Wege das Leben verteuern. Hiervon sind zunächst die alle, die noch einer Arbeit in der weiteren Umgebeung nachgehen müssen, betroffen. Sie müssen pendeln. Ihre Arbeitsplätze befinden sich, fern vom Wohnort, in den Ballungsräumen. Darüber hinaus ist auch die Fahrt zu den weiterführenden Schulen von kleinen Orten oder Dörfern aus aufwendiger. Schüler müssen längere Wege und teils hohe Fahrtkosten in Kauf nehmen, um an die Hauptschule, Realschule oder das Gymnasium ihrer Wahl zu gelangen.
Lebt man auf dem Land, gibt es obendrein nur eingeschränkte Einkaufsmöglichkeiten. Um z.B. bestimmte Produkte in Spezialgeschäften zu bekommen, muss man gegebenenfalls weite Wege in die nächst größere Stadt auf sich nehmen. Außerdem befinden sich die großen Einkaufszentren mit günstigen Angeboten in der Nähe von Städten und seltener in ländlichen Gebieten. Aber dafür hat der Landbewohner Ruhe, das Leben tickt langsamer, gute Luft, Nachbarschaftshilfe bei Bedarf, ständig Vögel auf der Fensterbank, die man in der Stadt selten oder nicht sieht! Und dann spielt der finanzielle Aspekt noch eine große Rolle. Wir persönlich sind der Meinung, dass man einfach viel weniger Geld braucht. Wie oft geht man in der Stadt durch die Geschäfte und kauft etwas, was man eigentlich gar nicht braucht. Der Kaufreiz ist in der Stadt viel größer als auf dem Land.
Dagegen wiederum sind die zwischenmenschlichen Beziehungen als positiver Aspekt des Landlebens zu betrachten. In den Dörfern ist das Gemeinwesen überschaubarer als in Städten. Es kennt jeder jeden und zu fast jeder Zeit sind Gespräche mit Nachbarn über den Gartenzaun möglich. Ebenso wird auf dem Land auch die Nachbarschaftshilfe groß geschrieben. Im Krankheitsfall z. B. wird sich gegenseitig geholfen. Des weiteren unterstützen sich die Bewohner bei verschiedenen Arbeiten oder auch bei der Gestaltung von Festen und Feiern.
Zwar bringt das Gemeinschaftsleben auf dem Land die eben genannten Vorteile, aber es führt ebenso dazu, dass die Anonymität eines Jeden eingeschränkt wird oder sogar ganz wegfällt. Der private Bereich einer Familie ist für viele einsehbar.
Dies führt schließlich dazu, dass nach einer gewissen Zeit der Nachbar weiß, wie oft und gründlich man seine Wäsche wäscht. Auch andere Gewohnheiten, z.B. wie oft man in die Stadt fährt, und selbst die Besucher einzelner Familien sind den Nachbarn bald bekannt. Klatsch und Tratsch sind ebenfalls typisch für das Landleben. Untereinander wird über die Familienleben der Dorfbewohner und deren finanzielle Verhältnisse gesprochen und gelästert. Der Neid ist ein ständiger Begleiter des Landlebens!
Die Nähe zur Natur ist ein wichtiger Punkt, der ebenfalls betrachtet werden sollte. Die Natur das ganze Jahr über mitzuerleben, reizt wohl die meisten Menschen. Sie können sich darüber in ihren Hausgärten oder in den nicht weit entfernten Wäldern und Wiesen erfreuen.
Dafür sind die kulturellen Angebote oft nicht ausreichend, sie sind auf das Landleben beschränkt. So sind selten Theater- und Konzertbesuche möglich. Auch Bibliotheken und Museen, wie man sie in Städten kennt, sind auf Dörfern kaum vorhanden, ebenso wie Volkshochschulangebote. Dafür gibt es viele Vereine in denen man sich gesellschaftlich aktiv bewegen kann. Wer in der Stadt kann schon sagen, dass er einen Reiterhof direkt in der nähe hat. 
Ein nicht unwesentlicher Aspekt ist, dass das Leben auf dem Land wesentlich gesünder als in der Stadt ist. Der Erholungswert ist weitaus größer. So hat der schon oben angeführte Punkt, dass, wenn der Arbeitsplatz weit entfernt liegt, die Lebensqualität eingeschränkt wird, auch die positive Folge, dass man durch diese Ferne leichter ausspannen kann. Ebenso tragen die Schönheiten der Natur zur Erholung bei. Man lebt auf dem Land bedeutend ruhiger. Dies ist auf den wenigen Verkehr, die kaum vorhandene Industrie und auch auf die geringe Wohndichte zurückzuführen. Zudem ist die Umwelt in naturnahen Gebieten kaum belastet.
Die ärztliche Versorgung muss nicht unbedingt schlechter sein. Die nächste Arztpraxis ist ganz in der Nähe (auch auf dem Land gibt es gute Ärzte). Es gibt zwar kein Krankenhaus und keine Fachärzte – diese befinden sich eher an zentralen Orten, also hauptsächlich in den Städten – jedoch ist die fachärztliche Versorgung nicht unbedingt schlechter. Apotheken sind auf dem Land ebenfalls schwer zu finden. Dafür werden die Medikamente durch die Apotheken bis vor die Haustür gebracht. Wer seine Medikamente online bestellt bekommt sie ohnehin frei Haus.
All die oben aufgeführten Argumente zeigen, dass das Landleben nicht nur negative Dinge mit sich bringt. Jeder sollte deshalb für sich selbst entscheiden, ob ihm das Leben auf dem Land die gewünschte Veränderung bringen würde.