Maurermeister griff zum Skalpell
Wappen am Neuperver Tor in filigraner Handarbeit gefertigt
Die Wappen am Neuperver Tor bestehen aus extra angefertigten Betonplatten. Maurermeister Wilfried Duhm schuf 1982 die Zeichen.
SALZWEDEL. Neben dem Bogen des Neuperver Tores prangen die Wappen der Salzwedeler Alt- und Neustadt. Die Zeichen aus Beton formte vor über 28 Jahren der Maurermeister Wilfried Duhm. 1983 feierte Salzwedel seinen 750. Geburtstag. Die Stadt machte sich fein. Und so wurde bereits ein Jahr vor dem Fest damit begonnen, das Neuperver Tor zu sanieren. Mit dabei war auch Maurermeister Wilfried Duhm.
Während der Arbeiten fiel ihm auf, dass die Wappen links und rechts am Torbogen in Richtung Wasserturm ihre Farbe verloren hatten. Aber anstatt sie einfach neu anzustreichen, kam Duhm eine andere haltbarere Idee in den Sinn. Die damaligen Wappen waren nur in den Putz geritzt. Der Maurermeister beschloss die beiden Stücke aus Beton zu fertigen. Und das funktionierte so: Der Hansestädter baute eine Schalung für den Guss. Dafür musste er die Nischen ausmessen, in denen die Wappen angebracht werden sollten. Die Form der städtischen Symbole zeichnete Wilfried Duhm im Ratssaal von den dort hängenden Exemplaren auf Pergamentpapier ab. “Dann begann die Fuddelei”, erinnert sich der Salzwedeler. Er befestigte das Papier auf der Schalung, in der sich flüssiger Beton befand. Mit einem Skalpell übertrug der Maurermeister die Linien auf die noch nicht ausgehärtete Masse. “Ich musste ständig die Öberfläche glätten, da durch das Schneiden an den Rändern immer etwas Beton hochstand”, beschreibt der Handwerksmeister die Sisyphosarbeit.
Das Neue an Duhms Werk: Die farbigen Insignien sind gegenüber dem hellen Untergrund hervorgehoben. In den eingeritzten alten Wappen konnte Feuchtigkeit schneller einziehen und diese beschädigen. Das kann bei den 1982 gefertigten Zeichen nicht passieren. Bevor diese am Neuperver Tor befestigt wurden, mussten die Wappen einige Tage aushärten. “Damit beim Transport nichts zerbrechen konnte, habe ich in den sechs bis acht Zentimeter dicken Beton ein Stahlgitter eingeflochten”, erklärt Duhm. Nach der Montage wurde den Adlern ihr rotes Federkleid angezogen, das bis heute erst einmal erneuert werden musste.
Foto: Heide






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