Alternative Bauweise – ein Flaschenhaus!

Plastikflaschen sind ein globales Müllproblem, besonders in den lateinamerikanschen Ländern wie Hondursa, Kolumbien, Bolivien aber auch Indien. Dem deutschen Zimmermann Andreas Froese kam nach einer großen Feier in der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa die Idee: Aus den zehntausenden PET-Flaschen, die nach dem Fest herumliegen, doch etwas machen.
Zusammen mit Einwohnern aus Tegucigalpa hat er Flaschen mit Erde und Bauschutt gefüllt und systematisch aufeinander geschichtet. Mit Lehm oder Mörtel vermauert, entstehen so stabile Häuser. Das Plastikhaus trotzt selbst Erdbeben von einer Stärke von bis zu 7,2 oder kleineren Überschwemmungen. da das Prinzip sehr einfach ist konnten die Dorfbewohner ihre Häuser bald in eigener Regie weiterbauen. Mittlerweile gibt es fünfzig Plastikflaschenhäuser in Honduras, Kolumbien und Indien oder Bolivien.

Flaschenhaus in Bolivien
Variante eines selbstgebauten Flaschenhauses in Bolivien

Wie gesagt die Bauweise ist relativ einfach: ein Fundament wird gegossen und die nötigen Flaschen gesammelt. Dann gibt es Arbeit für das ganze Dorf. Alt und Jung werfen Erde und Bauschutt durch große Siebe. Flasche für Flasche wird mit Dreck gefüllt – das ergibt das neue Baumaterial. Maurer zeigen den Dorfleuten, wie man die Flaschen aufeinanderschichtet, mit Lehm oder Mörtel vermauert und mit alter Nylonschnur oder Draht verbindet. Wände entstehen, mit Fenstern, an den Ecken aus Flaschen gemauerte Rundpfosten, obendrauf kommt ein Blechdach. Am Ende wird das Ganze mit Lehm verschmiert und angemalt. Fertig.

Flaschenhaus in Bolivien
Hier wurden PET und Weinflaschen verwendet

In Yoro standen 2005 nach vier Monaten drei schmucke Neubauten. Jedes Haus hatte gerade mal 3000 Dollar gekostet, Geld, das von der Entwicklungsorganisation Trocaire gekommen war. Denn für Arme ist auch diese Summe unerschwinglich. Zinn fürs Dach, Zement und Kies kosten Geld, auch wenn ansonsten Müll verbaut wird. Zur Not lässt sich ein Dach ebenso aus alten Schläuchen von Autoreifen basteln, und statt Zement tut es Lehm, der leicht nachzubessern ist.
Unzählige Designer setzen auf die Wiederverwendung und Zweckentfremdung diverser Plastikprodukte, um dem Material ein zweites Leben einzuhauchen. In der Architektur liegen dabei die Flaschenhäuser stark im Trend. Meistens entstehen solche Häuser aus der Not heraus, weil dies für die Bewohner das einzig vorhandene Baumaterial darstellt. Die PET-Flaschen werden pur gestapelt oder mit gerade verfügbaren Materialien (Sand, Erde, Dung, etc.) gefüllt und Flasche auf Flasche gemauert. So entstehen Unterkünfte, die selbst für den Wiederaufbau in Haiti in Frage kommen.

Quelle: www.instructables.com und Die Zeit

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