Kein Tag der Ruhe und Entspannung – Der erste Schnee!

© 2009 – Karl-Heinz Garber

Man hatte es vorausgesagt, seit Tagen schon, nur so richtig glauben wollten wir es nicht. Der Schnee kommt auch zu uns in den Norden. Norden? Eigentlich liegen wir ja fast mitten in Deutschland – also in Mitteldeutschland, etwas nördlich vielleicht aber immer noch Mitteldeutschland. Nun dem Schnee ist es egal wo er runter fällt, ob im Süden oder N…, Hauptsache er fällt. Ja und heute Morgen war es dann soweit, der erste Schnee ist gefallen und hat wie immer die Straßen und die Gehwege zugeschneit. Als Bürger und Grundstücksbesitzer ist man in diesem Falle zur Räumung der Gehwege vor seinem Grundstück verpflichtet.

Blick auf die Uhr: kurz vor Sechs. Also rein in die warmen Klamotten, raus in die Kälte bei gefühlten Minus 20 Grad und eisigem Wind, den Schneeschieber in die Hand und los geht es. Blick auf die Straße – Kein Winterdienst hat hier Schnee geschoben. Die ersten Frühaufsteher quälten sich im Schneckentempo durch den noch lose liegenden Schnee um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen. Ich zunächst die Einfahrt von der Straße bis zum Carport freigeschoben, damit meine Frau die Ilse (Name geä.), auch pünktlich zur Arbeit kommt. Sie muss ja, im Gegenteil zu mir, der zu Hause seine Arbeit verrichten darf, fast sechzig Kilometer, und heute unter erschwerten Bedingungen, fahren. Nachdem nun das erledigt war, widmete ich mich nun der schwersten Aufgabe, dem Schieben des 70 Meter langen Gehweges. Eine Quälerei kann ich Ihnen sagen. Aber ich habe es geschafft und konnte zufrieden mein Frühstück einnehmen. Nachdem es nun endlich hell wurde, konnte man aus dem Fenster sehen, dass sich auf der Straße noch immer nichts getan hatte, dafür aber die Schneedecke auf derselben und meinem Gehweg weiter und wieder anwuchs. Gegen Mittag erfolgte mein zweiter Arbeitseinsatz auf dem Gehweg, auf der Straße leider nicht. Der Winterdienst hatte wohl wichtigere Aufgaben!?
Eigentlich konnte ich ja froh darüber sein, dass der Winterdienst andere Aufgaben, was auch immer, hat, denn im letzten Jahr mussten wohl die Fahrer der Einsatzfahrzeuge einen Spion im Dorf gehabt haben, weil sie gerade immer dann mit Ihren Räumfahrzeugen angebraust kamen, als wir den Gehweg beräumt hatten. Eigentlich wiederum denkt so mancher, ist es doch das Toll, eine feine Abstimmung zwischen Bürger und Kommune! Ja eigentlich. Wenn nur nicht die Gehwege so dicht an der Straße liegen, und die Räumfahrzeuge langsam fahren würden, weil ja dadurch die gesetzlich angeordnete Arbeit des Bürgers wieder zunichte gemacht, und zusätzlich, durch den Winterdienst die dreifache Schneemenge dem Bürger auf seinen Gehweg und schmalen Schultern geladen wird. (siehe Bild oben)Aber das nur nebenbei bemerkt. In diesem Jahr ist ja alles anders. Am Abend, ich habe jetzt gerade meinen dritten und letzten Einsatz beendet, konnte ich feststellen, dass es heute kein Tag der Ruhe und Entspannung war, für mich nicht und auch nicht für den Winterdienst, der wohl irgendwo im Schnee liegen geblieben ist…

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2 thoughts on “Kein Tag der Ruhe und Entspannung – Der erste Schnee!

  1. Das mit dem Schnee darf man nicht so eng sehen, bei uns kommt auch nicht immer eine Räumung – da müssen dann halt alle zusammenhelfen damit die Straße befahrbar bleibt. Übrigens wir schaufeln seit gestern am Nachmittag alle paar Stunden und es schneit noch immer 🙂

    lg kathrin

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