Wissenswertes zum Anbau von Gemüse im Winter: 5 Tipps & Tricks

Ein volles, erntefrisches Gemüsebeet im Winter? Für viele mag dies unrealistisch klingen. Eher sind wir im Winter doch brachliegende Gärten gewöhnt, in denen außer ein paar Zwiebelblumen nicht mehr viel grünt. Dass das allerdings nur Irrglaube ist und wie man mit einigen einfachen Tipps & Tricks auch in den kalten Monaten die leckersten Wintergemüse-Sorten anbauen kann, möchten wir Ihnen in diesem Beitrag erklären.

Welche Gemüse-Arten kann man im Winter ernten?

Deftige Kohlspeisen und heiße Eintöpfe stehen besonders im Winter bei vielen auf Platz 1 der Lieblingsgerichte. Leider ist die Auswahl im Supermarkt zu dieser Zeit oft nur spärlich und auch geschmacklich fehlt es dem gekauften Gemüse oft an Aroma. Warum also nicht selbst anbauen? Mit etwas Vorbereitung können Sie sich am Ende des Jahres dann aus dem eigenen Garten versorgen. Und das sogar bei Frost.

Grünkohl Gemüse
Grünkohl Gemüse

Um zu überprüfen, ob sich das Wintergemüse anbauen für Sie lohnt, möchten wir Ihnen nachfolgend die beliebtesten Gemüsesorten vorstellen, welche größtenteils auch bis tief in
den Winter geerntet werden können:

– Rosenkohl
– Grünkohl
– Rotkohl & Weißkohl
– Kohlrabi
– Rote Beete
– Möhre
– Pastinake
– Steckrübe
– Porree
– Winter-Rettich
– Topinambur

Neben dem typischen Wurzel- und Kohlgemüse können sie wider einiger Erwartungen auch eine Reihe an grünem Blattgemüse ernten. Hier die beliebtesten Sorten für die kalte Jahreszeit:

– Winter-Salate (z.B. Zuckerhut/Chicorée/Feldsalat)
– Mangold
– Winter-Spinat
– Wegwarte (Winter-Zichorie)
– Sellerie

Bevorzugte Standorte für Spinat, Kohl & Co.

Der Gemüseanbau im Winter ist kein Hexenwerk. Trotzdem bedarf es für eine reiche Ernte einiger Informationen. Neben unseren 5 Tipps am Ende des Beitrags möchten wir zunächst auf den perfekten Standort eines Gemüsebeets bei sehr niedrigen Temperaturen eingehen. Denn obwohl einige Sorten wirklich sehr robust gegenüber Frost sind, sollten die Pflanzen sich trotzdem nicht gänzlich selbst überlassen werden.

Hochbeete im Winter bepflanzen

Wer ein Hochbeet besitzt, kann sich beim Gemüseanbau sicherlich privilegiert fühlen. Denn nicht nur im Sommer lassen sich hier die leckersten Gemüse-, Obst- und Kräutersorten züchten. Auch im Winter bietet ein Hochbeet ideale Voraussetzungen für die Pflanzen, da sich der Boden durch den kompostierten Innenraum selbst beheizt und die Wurzeln somit weniger schnell frieren. Um noch bessere Bedingungen zu schaffen, können Sie außerdem einen Frühbeetaufsatz nutzen, welcher regelmäßig gelüftet werden sollte.

Gewächshäuser für optimales Klima

Gewächshaus
Gewächshaus

Ähnliche Bedingungen wie ein Hochbeet mit Frühbeetaufsatz ermöglicht die Nutzung eines Gewächshauses. Hier können Sie das Gemüse noch später anbauen, da in den meisten Fällen wenig bis gar kein Frost in das Innere des Häuschens gelangt. Besonders in sonnigen Jahren verspricht ein Gewächshaus so das optimale Klima. Auf https://www.gartengewaechshaus-bauen.de/ finden Sie weitere Tipps zum Anbauen von Wintergemüse im Gewächshaus.

Anbau auch im Gartenbeet und auf dem Balkon möglich

Wer die Vorteile eines Hochbeets oder eines Gewächshauses nicht für sich beanspruchen kann, muss auch im Winter nicht leer ausgehen. Ein Gemüsebeet im Garten oder auf dem Balkon eignet sich ebenso gut für den Anbau der allermeisten Gemüsesorten. Wichtig zu beachten ist hierbei allerdings die richtige Isolation, denn besonders auf dem Balkon kann es schneller passieren, dass die Pflanzen einfrieren. Deshalb sollte man die Pflanzen hier mit Styropor- oder Kokosmatten bestmöglich schützen.

Diese 5 Tipps & Tricks helfen beim Gemüseanbau im Winter

Damit Sie sich am Ende des Jahres über eine reiche & aromatische Ernte freuen können, möchten wir Ihnen nachfolgend die 5 wichtigsten Tipps beim Wintergemüse im Winter anbauen verraten:

1. Aussaat früh genug beginnen

Damit die Gemüsepflanzen bis zum Winter überleben und nicht eingehen, ist eine ausreichend frühe Aussaat das A & O. Beginnen Sie mit den Vorbereitungen daher, je nach Pflanze und ihrer Wuchsgeschwindigkeit, schon 1 bis 2 Monate vor dem ersten Frost. Dieser kann je nach Region bereits im September oder aber erst im Oktober einsetzen. Der richtige Zeitpunkt ist sehr wichtig, da sich die Pflanzen schon weitestgehend ausgebildet haben müssen, um dem Frost standhalten zu können. Bei den meisten Gemüsesorten erkennt man die ausreichende Reifung daran, dass sich bereits vor dem Frost eine Blattrosette gebildet hat.

2. Fruchtfolge beachten

Wer bereits seit mehreren Jahren Gemüse anbaut, wird sich über die richtige Fruchtfolge im Beet sicherlich klar sein. Damit ist gemeint, dass Pflanzen der gleichen Gattung nicht direkt hintereinander an die gleiche Stelle gesetzt werden sollten. Grund dafür sind Schädlinge oder Krankheiten, welche sich bei derselben Pflanzengattung schneller auf die nachfolgende Saat
übertragen. Genauso sollte man Stark- und Schwachzehrer nach jeder Ernte abwechseln, um den Boden zu entlasten und die bestmöglichen Voraussetzungen für das Pflanzenwachstum zu gewährleisten. Setzen Sie also dort, wo im Sommer Tomaten standen, keine weiteren Starkzehrer, wie Rosenkohl, sondern lieber Schwachzehrer, wie Mangold ein. So lässt sich die Mineral- und Nährstoffverteilung in der Erde am besten ausgleichen.

3. Beet vor Kälte schützen (mulchen)

Holzhäcksel
Holzhäcksel

Wenn Sie Ihr Wintergemüse im Gartenbeet anpflanzen, sollten Sie an sehr eisigen Tagen für einen Frostschutz sorgen. Am besten eignet sich hierfür der sogenannte „Mulch“. Beim mulchen werden Materialien wie Stroh, Holzhäcksel und Rindenmulch direkt neben den Pflanzen verteilt, um die Wurzeln vor Frost zu schützen. Gleichzeitig versorgt natürlicher Mulch den Boden mit Nährstoffen, sodass das Gemüse weniger gedüngt werden muss. Wer alternativ lieber Vlies oder Folie verwenden möchte, sollte hierbei auf eine ausreichende Durchlüftung achten.

4. Auch im Winter düngen

Um den Boden beim Gemüseanbau ausreichend mit Nährstoffen, Mineralien und Stickstoff anzureichern, sollten Sie bereits bei der Vorbereitung Ihrer Winterbeete mitdenken. Je nach den Bedürfnissen der Pflanzen sollte die Erde zuvor mit 3 bis 7 Litern Kompost versehen worden sein. Vor allem Schwachzehrer brauchen im weiteren Wachstumsverlauf dann oftmals keinen weiteren Dünger. Bei Mittel- und Starkzehrern, wie z.B. Möhren, Kohlrabi & rote Beete kann der Mulch je nach eigenem Ermessen mit Dünger aus Biokohle angereichert werden.

5. Nicht bei Frost ernten

Fast geschafft! Ist das Gemüse im November oder Dezember endlich erntebereit, bleibt nur noch ein Tipp zu beachten; ernten Sie erst, wenn an sonnigen Tagen, wenn der Boden frei von Frost und Tau ist. So bleibt das Gemüse knackig, frisch und macht nach dem Auftauen keinen labbrigen Eindruck.

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